Schichtwechsel: WAD und Borussia Dortmund tauschen Perspektiven

Im Rahmen des „Schichtwechsels“ können Menschen mit Behinderung ihren Arbeitsplatz für einen Tag mit Mitarbeitenden aus teilnehmenden Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes tauschen. Über das verbindende Thema Arbeit schafft der jährliche bundesweite Aktionstag Raum für Begegnungen auf Augenhöhe und für neue Perspektiven. Mitgemacht haben in diesem Jahr auch die Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt Dortmund, die am 25. September sechs ihrer Mitarbeitenden mit dem BVB getauscht haben.

Schichtbeginn war um 08:30 Uhr in der Geschäftsstelle des BVB am Rheinlanddamm. Die Vorfreude aller Beteiligten war schon bei der Begrüßung deutlich spürbar. Nach einem kurzen Kennenlernen der jeweiligen Tauschpartner*in gab es nun Gelegenheit, Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen von Borussia Dortmund zu gewinnen und stellenweise auch aktiv mitzuarbeiten – zum Beispiel in der Grafikabteilung, in der Gastronomie oder beim Greenkeeping auf dem Trainingsgelände in Brackel.

Gegen Mittag wurde der Standort gewechselt. Die Mitarbeitenden des BVB waren nun auf dem Betriebsgelände der WAD in Lindenhorst zu Gast und zunächst über die Größe überrascht: „Von außen kann man sich kaum vorstellen, wie viele verschiedene Arbeitsbereiche es gibt und mit wie viel Herzblut hier gearbeitet wird. Besonders beeindruckt haben mich die vielen großartigen Menschen, die wir heute kennenlernen durften“, so Robin Kinski, Employer Branding Manager beim BVB. Mit viel Stolz präsentierten jetzt die WAD-Mitarbeitenden ihre Arbeitsplätze und nun durften sich die BVB-Tauschpartner*innen aktiv einbringen und ausprobieren. Der Aktionstag macht an genau dieser Stelle die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben sichtbar und kann Unternehmen dafür sensibilisieren, vielleicht auch die eigenen Strukturen neu zu denken.

Am Ende der Schicht spürten alle Beteiligten, dass die Gemeinsamkeiten wesentlich größer sind als die Unterschiede – der Perspektivwechsel hat Offenheit erzeugt und Vorurteile abgebaut. Auch nach Feierabend hallt dieses Erlebnis für die Beteiligten motivierend nach.

Der Tauschtag kann ein gutes Beispiel dafür sein, wie sich der erste Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen öffnet. So sieht es auch Robin Kinski: “Der Schichtwechsel ist für uns keine einmalige Aktion. Wir nehmen viele wertvolle Eindrücke mit und möchten die Zusammenarbeit mit der WAD auch künftig weiterführen. Dabei wollen wir den Austausch vertiefen und nach weiteren gemeinsamen Projekten schauen – damit Begegnungen wie heute auch langfristig Wirkung entfalten.“ Darüber freut sich AWO-Geschäftsführer Tim Hammerbacher sehr: „Borussia Dortmund zeigt, dass Größe nicht nur auf dem Platz zählt – sondern auch darin, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen, in dem sie auch in ihrem Unternehmen Inklusion leben.“ Den Schichtwechsel sieht er als Gewinn für beide Seiten: „An Tagen wie diesen merkt man, dass der Schichtwechsel Brücken zwischen Unternehmen und Werkstätten bauen kann – er zeigt, wie viel wir voneinander lernen können.“ Bundesweit gab es in diesem Jahr rund 370 teilnehmende Werkstätten und eine Teilnehmerzahl von insgesamt 4.800 Menschen – davon 2.700 Beschäftigte aus Werkstätten und 2.100 Tauschpartner*innen aus Unternehmen. Der Aktionstag Schichtwechsel hat damit die Rekordbeteiligung aus dem letzten Jahr erneut übertroffen. Der nächste Aktionstag steht bereits fest: Am 24. September 2026 wird wieder fleißig gewechselt. Es bleibt zu hoffen, dass dafür noch viele weitere Unternehmen ihre Türen öffnen und dadurch Teilhabe aus einem neuen Blickwinkel erfahren können.   

Alle Beteiligten des WAD/BVB-Schichtwechsels beim Besuch der AWO-Werkstätten in Lindenhorst

(Fotograf: Thomas Bielicki)

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